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PROGRAMM FÜR ANFÄNGER

 

Seit 2016 hat das Kursprogramm der Lotte Lehmann Woche eine neue Struktur.

Statt jährlich wechselnden thematischen Kursen (wie etwa: Lieder von Brahms, italienische Oper vor Verdi etc.), fassen wir nun das Kursrepertoire in fünf Schwerpunkte zusammen. In diesen findet alles Platz, was Teilnehmer der Lotte Lehmann Woche erfahrungsgemäß an Repertoire für den Kurs erarbeiten und mitbringen. Für Teilnehmer, die einen Einstieg in den klassischen Gesang suchen, haben wir in den dafür geeigneten Themenblöcken jeweils konkrete Literaturempfehlungen aufgelistet. Weiterführende Fragen beantwortet gerne die Kursleitung. Ebenso können sich fortgeschrittene Teilnehmer, die nach Repertoireanregungen jenseits der ausgetretenen Pfade suchen, sich dafür an die Kursleitung wenden.


Teilnehmer können sich im Vorfeld für bestimmte Blöcke anmelden. Die Zuteilung zu den Dozenten erfolgt dann am ersten Tag des Kurses nach dem Vorsingen. Natürlich können im Vorfeld Fragen, Wünsche und Präferenzen zur Dozenteneinteilung geäußert werden, die wir nach Möglichkeit beantworten/berücksichtigen werden.

 

Deutsches Lied und französische Mélodies (Angelo Raciti, David Wakeham)

Die deutschen Klassiker Schubert, Schumann, Brahms und Strauss, sowie die französischen Meister der vokalen Kammermusik von Berlioz über Fauré, Duparc, Chausson bis zu Ravel und Debussy prägen nach wie vor die Programme der anspruchsvollen Sängerrecitals.


Repertoire für Einsteiger findet sich im deutschen Lied bei Schubert, Schumann und Brahms, aber auch bei Mozart und Beethoven. Geeignete französische Mélodies finden sich vor allem unter den frühen Werken von Gabriel Fauré.

 

Arie antiche und italienische Salonromanzen (Sylvia Koncza, Angelo Raciti)

Die von Parisotti im späten 19. Jahrhundert berühmt gemachten Arien aus Barock und Frühklassik gehören zum täglichen Brot eines jeden angehenden Sängers und auch für Fortgeschrittene wissen sie zu schätzen, denn mit ihnen lernt man alles, worauf es gesangstechnisch ankommt: Linie, Atemkontrolle, ausgeglichene Klanggebung, sorgsamen Aufbau der Höhe aus einer gesunden Mittellage, und einfache Verzierungen.


Ganz ähnlich im Schwierigkeitsgrad sind die romanze da camera italienischer Opernkomponisten wie Rossini, Donizetti, Bellini, Verdi und Puccini – hier reicht das Spektrum von einfachen aber melodisch ... Strophenliedern bis zur Mini-Opernarie mit Rezitativ und Cabaletta.


Und schließlich bildete sich im ausgehenden 19. Jahrhundert eine Gruppe von Komponisten, die heute nahezu ausschließlich wegen ihrer Salonromanzen berühmt sind – allen voran natürlich Francesco Paolo Tosti, der für sein Schaffen von Queen Victoria geadelt und zum Leiter des Londoner Konservatoriums berufen wurde. Aber auch die Lieder von Denza, Donaudy, Gastaldon oder Mascagni bieten Sängern jeder Entwicklungsstufe dankbare Aufgaben.

 

Operette & Musical (Phoebe Fennell, Sylvia Koncza)

„Erfunden“ hat die Operette ein Kölner in Paris: Jacques Offenbachs zündende Mischung aus schmissigen, eingängigen Melodien, und Szenen voll groteskem Witz, die gesellschaftliche und politische Verhältnisse – und auch die jeweilige Opernmode – parodistisch und satirisch aufs Korn nehmen. Was mit kurzen Einaktern in kleinen Boulevardspielstätten begann, führte in kürzester Zeit zu den europaweiten Großerfolgen von Orphée aux Enfers, La belle Hélène, La Grande-Duchesse de Gérolstein, Barbe-Bleue, La vie Parisienne, La Périchole, und Les Brigands. Während Offenbach in Paris keinen Nachfolger fand, wurde Wien für über ein halbes Jahrhundert zur Operettenhauptstadt. Im deutschen Sprachraum traten die Werke von Strauss, Millöcker und von Suppé auch die Nachfolge der durch Wagner ins künstlerische Abseits gedrängten Spieloper an und zeigten zunehmend eine Tendenz zur moralischen Seriosität in Charakterzeichnung und Handlungsentwicklung.


Nach dem 1. Weltkrieg und unter dem Konkurrenzdruck von Revue, Kino und Kabarett begann eine Suche nach leichteren musikalischen Formen, oftmals in Anlehnung an die Broadway Musicals, mit tanzorientierten Musiknummern. Diese sind vor allem typisch für die Berliner Operette.


Dagegen zeigt sich bei Lehar und Kalman mit ihren zunehmenden Erfolgen eine deutliche Annäherung zur Oper – zumal ersterer in de 20er Jahren durch die enge Zusammenarbeit mit seinem Star Richard Tauber einen hochkarätigen Tenor mit effektvollen Hits zu versorgen hatte, die beiden auch regelmäßig kommerzielle Schallplattenerfolge sicherten. Umgekehrt flirteten auch namhafte Opernkomponisten wie Puccini und Korngold – durchaus auch mit finanziellem Anreiz – mit der Gattung, ohne allerdings ihrem Gesamtwerk dadurch Wesentliches hinzuzufügen.
Opernhafte Dimension erreicht auch die spanische Parallelgattung der Zarzuela insbesondere in den für sie typischen dramatischen Handlungs- und Stimmungsmomenten.


Hatten die ersten Broadway-Musicals sowohl musikalisch wie auch in ihrer losen Dramaturgie eher Revuecharakter – so etwa Victor Herberts Naughty Marietta oder Rombergs The Student Prince – so motivierte die Konkurrenz zum Film die nächste Komponistengeneration zu mehr Stringenz und Spannung im Handlungsaufbau und dem Aufgreifen gesellschaftlich kontroverser Themen. Die Besetzungen der großen klassischen Musicals wie Oklahoma!, Show Boat, South Pacific, West Side Story, oder My Fair Lady kombinieren durchweg Rollen, die für Sänger aus dem Unterhaltungssektor geschrieben sind mit Partien, die auch - und vielfach gerne - von Opernsängern übernommen werden können.


Körperarbeit (Anisa Kureishi)

Tai Ji & Qi Gong
Die Kursbeschreibung erscheint hier in Kürze!

 

Chor- und Ensemblearbeit (Scott Curry)

Eine Einladung zum gemeinsamen Musizieren an Anfänger wie Fortgeschrittene. Dieser Kurs soll ein Gemeinschaftserlebnis für möglichst viele Teilnehmer der Lotte-Lehmann-Woche werden, er findet deshalb zu einem Zeitpunkt statt, der sich mit keinerlei anderen Kursen überschneidet.

 

Bewegungstraining für Sänger (Sebastian Gühne, Phoebe Fennell, Anisa Kureishi)

Man singt mit dem ganzen Körper – körperliche Fitness und Reaktionsfähigkeit sind daher für jeden Sänger unverzichtbare Voraussetzungen für die tägliche Arbeit. In diesem Kurs treffen wir uns jeden Morgen vor dem Frühstück (ca. 7.45 Uhr) im Freien zu einer Reihe einfacher aber effektiver Aufwärmübungen für den ganzen Körper.